Die Gefährten von Esgaroth

Halbgarer Hobbit

im Herbst 2946

Liebe Tante Robin!
Denk dir, endlich haben wir einmal Hobbitvolk getroffen, und deine Urgroßbase Agatha lässt recht herzlich grüßen! Wir sind nämlich in ihrem reizenden Gasthaus eingekehrt, das sich selbst als östlichsten Vorposten des Auenlandes rühmt. Stell dir da bloß unsere Verlegenheit vor, als wir feststellen mussten, dass die dargereichte Kost doch erheblich hinter unserem gewiss nicht verwöhnten Anspruch zurück blieb. Doch rasch war die Erklärung gefunden: Dinodas, der erprobte Koch des Hauses, hätte schon vor Tagen von einer Besorgungsfahrt aus Bree wiederkommen sollen, blieb jedoch spurlos verschwunden!
Ehrensache, dass wir uns dieses alarmierenden Falles annahmen, allein schon, um die Güte der Küche wiederherzustellen! Sogar zwei Stammgäste des Hauses erklärten sich zur Hilfe bereit – Listhar von Thal und Beran aus dem Volk der Beorninger. Gemeinsam zogen wir anderntags Richtung Bree und hielten nach Dindy Ausschau.
Die erste Spur, die wir fanden, war jedoch wenig beruhigend: Ein totes Pony, von Orkpfeilen grausam verwundet und auf der Flucht verendet, ließ uns Schlimmes ahnen. Und wirklich: In der ganzen Gegend trieben Orks ihr Unwesen; mehr als je zuvor, wie uns Beran versicherte. Nachdem wir des Nachts ihren ersten halbherzigen Überfall abwehren konnten, zogen wir uns am nächsten Tag in die Ruinen einer alten Hügelburg zurück, wo wir bereits Verstärkung vorfanden: Ein rauer Geselle namens Iwgar nebst einigen Jungspunden aus Bree. Sogar Kunde von Dindy besaßen sie, mussten aber zugeben, ihn an räuberische Orks verloren zu haben.
Mit der Nacht kam denn auch der Feind, doch wir stellten uns den schurkischen Angreifern mit ungebrochenem Mut. Beran allein Hieb mit seiner Axt ein gutes Halbdutzend nieder und Fredegars Kurzschwert badete in faulem Blut, während Listhars Bogen das Kriegslied dazu sang.
am nächsten Morgen konnte uns nichts mehr halten. Rache für Dindy und einen Karren voll Delikatessen! In grimmiger Stimmung verfolgten wir die Spuren der flüchtigen Orks bis zu ihren Höhlen. Fast hätten wir uns in den verzweigten Schächten für immer verirrt, doch endlich fanden wir eine Art Küche und Dindy daselbst! Der Bedauernswerte war von seinen Kerkermeistern tagelang zum Töftenschälen gezwungen worden und am Ende seiner Kräfte! Rasch machte ich mich daran, seine Ketten zu lösen, doch schon nahten die üblen Orkbanditen. Gerade noch konnte Fredegar sie mit einer gewitzten Rede verwirren, doch dann blieb uns nur noch die rasche Flucht.
An einer Engstelle wandten wir uns schließlich zum letzten Gefecht. Liebe Tante, ich will gar nicht verschweigen, dass wir etliche Blessuren davontrugen, doch den Orks ging es noch um einges schlechter! Endlich floh das feige Pack, nachdem sein Anführer, ein Grobian namens Ubhurz, mit einem Pfeil in der Kehle gefallen war und der wackere Dindy einen seiner Peiniger mit der gusseisernen Bratpfanne niedergeschlagen hatte. Das soll ihnen wohl eine Lehre sein, sich mit rechtschaffenem Hobbitvolk anzulegen!
Zum Dank für die Rettung überließ mir Dinodas später sein Rezept für Blesshühner mit Kastanienfüllung, welches ich hier in Abschrift beilege. Es grüßt dich wie stets

Dein ergebener Neffe

Quirin

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